Yoga auf dem Sofa

Viele Wege führen zur Entspannung. Yoga auf der Matte, Meditation, Autogenes Training und, und, und… Manchen hilft auch, das eine oder andere Stück Porzellan zu zertrümmern, um sich abzureagieren. Bei mir wirkt nichts davon. Beim Stricken hingegen kann ich allen Ärger vergessen, bin völlig entspannt und trotzdem aufmerksam. Und da ich gerne und viel stricke, ist dies meist mein Normalzustand. Während meines Studiums in Köln, das war Anfang/Mitte der 70er Jahre, war das Stricken in der Öffentlichkeit völlig normal. In Bussen und Bahnen und auch während der Vorlesungen. Zugegeben, bei Mathe, Physik, Filmtechnik usw. hieß es mitschreiben, was der Dozent von sich gab. Aber in Fächern wie Filmdramaturgie konnte ich stricken und gelassen das Gehörte speichern. Denn Stricken fördert auch das Zusammenarbeiten der beiden Hirnhälften. Stricken wurde während dieser Zeit so etwas wie mein Markenzeichen. Meinen Namen merkte sich niemand. Wollten Dozenten oder Kommilitonen Kontakt zu mir, fragten sie: „Wo ist die mit dem Strickzeug?“ „Stricken ist Yoga auf dem Sofa.“ So las ich es einmal in einer Zeitschrift. Wie schade nur, dass mir dieser sinnige Satz nicht eingefallen ist. Zum Beispiel während des Strickens. Morgen fahren wir aufs Maifeld, wo der Raps in voller Blüte steht.

Bleibt gesund!